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Stadt & Freyheit Amt Angermund Wappen Graf Engelbert Kellnerei Schloss Heltorf Marienkloster Bürgerhaus Die Bürgermeister Eingemeindung 1975 Persönlichkeiten historische Ansichten Stadt & Freyheit Angermund Die erste urkundliche Erwähnung Angermunds datiert aus dem Jahr 1188: In den Güterverzeichnissen des Kölner Erzbischofs Philipp von Heinsberg wird das Castrum Angermunde et curiam adiacentem - Burg Angermund und angrenzendes Rathaus genannt. Diese Bezeichnung wird als Hinweis auf ein mittelalterliches Stadtrecht gedeutet. Die Burg wurde unter Engelbert II., Graf von Berg und als Engelbert I. Kölner Erzbischof, zum Wohn- und Verwaltungssitz ausgebaut. Nach der Schlacht von Worringen 1288 wurde Düsseldorf zur Stadt erhoben und Verwaltungssitz für die Grafschaft Berg. Damit verlor Angermund zwar an politischer Bedeutung, blieb aber Sitz eines der acht Bergischen Hauptämter. Von der Burg aus trieb der Kellner Steuern und Naturalabgaben ein. 1423 wird die Freyheit Angermund erstmals urkundlich erwähnt. Einige Quellen meinen, die Hörigen, Pächter, Handwerker, die sich schon früh nördlich der Burg ansiedelten, seien von Abgaben an den Landesherrn befreit gewesen. Doch Freiheit bedeutet nicht Abgabenfreiheit, sondern bezeichnet einen Ort mit eingeschränktem Stadtrecht. Diese Minderstädte, die im 13. und 14. Jahrhundert vielfach unmittelbar neben einer Burg entstanden, boten Schutz und garantierten den störungsfreien Handel. Zugleich konnten so auch die Burgbewohner leichter versorgt werden. Die Freiheit hatte das Recht auf Selbstverwaltung und Wahl von Magistrat und Bürgermeister. Wann Angermund die Stadtrechte erhielt, ist unbekannt. Von 1823 bis 1856 gehörte Angermund im preußischen Provinziallandtag dem Stand der Städte an. (1) Im März 1939, knapp ein halbes Jahr vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, erneuerte der Oberpräsident der Rheinprovinz die Genehmigung zur Führung der Bezeichnung "Stadt". Angermund war de facto immer noch ein Dorf. Die Essener Zeitung stellte dazu fest: "Es gibt nicht viele Orte im Deutschen Reich, die mit einer Einwohnerzahl von rund 1.500 den Titel Stadt führen dürfen." (2) Erst 1660 hatte Angermund eine eigene Kirche erhalten; die Trennung von der Kalkumer Mutterkirche erfolgte 1703. Politisch blieb Angermund bis zum Jahre 1806 Sitz eines bergischen Amtes mit sechs Gerichtsbezirken. Im Landgerichtsbezirk Angermund, bestehend aus der Freyheit Angermund, den adligen Häusern Angermund, Heltorf und Haus Pillikrath (heute Bilkrath) sowie dem Dorf Rahm, lebten 1792 insgesamt 969 Einwohner. Während der napoleonischen Besetzung wurde Angermund 1808 nach französischem Vorbild eine Mairie (Bürgermeisterei). Sie gehörte zum Kanton Ratingen im Arrondissement Düsseldorf des Satellitenstaats Großherzogtum Berg. Als dieses nach dem Ende der Franzosenzeit 1814 an Preußen fiel, wurde aus der bergischen Mairie Angermund die preußische Bürgermeisterei Angermund, die 1816 zum neuen Landkreis Düsseldorf kam. Die Bürgermeisterei bestand aus der Titularstadt Angermund (mit Rahm und Großenbaum) sowie den Gemeinden Huckingen, Lintorf und Mündelheim (mit Ehingen und Serm). 1894 hatte Angermund 430 Einwohner, 5 Wohnplätze mit 227 Gebäuden. Am 31. Dezember 1927, als alle rheinische Landbürgermeistereien die Bezeichnung Amt erhielten, lebten im gesamten Amt Angermund 26.297 Menschen (in Angermund 2.337, in Lintorf 2.835, in Huckingen 15.707 und in Mündelheim 5.418 Personen). Nach einer kommunalen Neugliederung wurde das Amt Angermund zum 1. August 1929 aufgelöst. Die Stadt Angermund wurde zusammen mit den Landgemeinden Wittlaer, Lintorf, Breitscheid, Eggerscheidt und Hösel zum Amt Ratingen-Land vereinigt, das 1950 den Namen Amt Angerland erhielt. Seitdem ist der Name Angermund auf den eigentlichen Ort beschränkt. Im Ersten Weltkrieg wurden Soldaten des in Angermund stationierten 2. Rekruten-Depots durch Spartakisten entwaffnet. (Das Depot gehörte zum 1. und 2. Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 135 in Düsseldorf-Derendorf.) Während des Zweiten Weltkriegs wurde Angermund mehrmals von alliierten Bombern angegriffen. Die Schäden blieben glücklicherweise gering. Bei Kriegsende wurde Angermund zunächst von amerikanischen Soldaten besetzt und gehörte bis 1949 zur Britischen Besatzungszone. Wie die historischen Einwohnerzahlen zeigen, entwickelte sich Angermund zunehmend zum beliebten Wohnort zwischen den Großstädten Düsseldorf und Duisburg. Das ist vor allem auf den Zuzug wirtschaftlich Bessergestellter aus den Nachbarstädten zurückzuführen:
Quellen:
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